InTalk mit Plakolm, Bernhuber und Selmayr
Anlässlich des Europäischen Jahres der Jugend diskutierte die Landjugend Niederösterreich am Dienstag mit Staatssekretärin Claudia Plakolm, EU-Parlamentarier Alexander Bernhuber und EU-Botschhafter Martin Selmayr. Mehr als 100 interessierte Landjugend-Mitglieder kamen am Dienstag im Festsaal des Francisco Josephinums in Wieselburg zur Diskussionsreihe „InTalk“ zusammen, um Politik hautnah zu erleben und mit Entscheidungsträger:innen ins Gespräch zu kommen.
Plakolm: „Jugend-Check für EU-Gesetze“
Jugendstaatssekretärin Claudia Plakolm, selbst langjähriges Mitglied der Landjugend Oberösterreich, betont: „Die EU begleitet uns täglich, wird für junge Menschen aber erst lebendig, indem wir EU-Institutionen durch Projekte wie Brüssel-Reisen erlebbar machen. Als Bundesregierung bündeln wir nun Initiativen, Förderungen und Ansprechpartner für Brüssel-Reisen auf einer Homepage. Ebenso fördern wir Schul-Brüssel-Reisen mit bis zu 500 Euro pro Klasse.“ Zusätzlich fordert Plakolm einen „Jugend-Check“ für EU-Gesetze: „In Österreich bildet die wirkungsorientierte Folgenabschätzung auch Auswirkungen und Konsequenzen für die nächsten Generationen ab, um junge Interessen zu wahren. Das brauchen wir auch auf europäischer Ebene.“
Bernhuber: „Jugend konnte sich bei GAP durchsetzen“
Alexander Bernhuber ist Österreichs jüngster Vertreter im EU-Parlament. Als praktizierender Landwirt und ehemaliger Landjugend-Bundesleiter kennt er die Themen und Herausforderungen des ländlichen Raums sehr gut. Aktuellstes Thema ist die neue „Gemeinsame Agrarpolitik“ (GAP). „Die Jugend konnte sich durchsetzen und erhält mehr Unterstützung als zuvor. In Österreich werden durch die nationalen Strategiepläne Junglandwirte bis zu 15.000 Euro Förderung erhalten. Das ist eine wichtige Errungenschaft für die zukünftige Generation und den Erhalt von Familienbetrieben im ländlichen Raum.“
Selmayr: „Wir alle haben es in der Hand, unser Europa zu gestalten“ “
Martin Selmayr ist seit November 2019 Leiter der Vertretung der EU-Kommission in Österreich. In dieser Funktion radelte er in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 2.000 Kilometer quer durch Österreich, um mit den Menschen über die EU zu sprechen und einen Stimmungscheck zu machen. Am Dienstag gab er den Jugendlichen Einblick in seine Arbeit und die Funktionsweise der EU-Institutionen. Zudem wollte er von den jungen Menschen wissen, was sie sich von der EU erwarten.
„Europäische Politik wird nicht auf einem fernen Planeten namens Brüssel entschieden. Europa wird ebenso in Wien, St. Pölten und Wieselburg gemacht. Wir alle haben es in der Hand, unser gemeinsames Europa zu gestalten. Wir laden vor allem junge Menschen ein, sich stark einzubringen, denn Europas Zukunft ist ihre Zukunft.“ .“ Gerade für den ländlichen Raum sind auch EU-Fördermittel sehr wertvoll. „Programme wie Leader helfen, dass Europa bei den Menschen vor Ort ankommt. Wobei es natürlich wichtig ist, dass der EU-Input, zum Beispiel durch Plaketten, sichtbar gemacht wird. Wo Europa drin ist, muss auch Europa draufstehen“, so Selmayr.
Bauer/Baumgartner: „Europa der Zukunft mitgestalten“
Die Veranstalter der Diskussionsrunde, Landjugend-Landesleiterin Anja Bauer und Landesobmann Johannes Baumgartner, dankten den Gästen am Podium für die spannenden Einblicke in deren Arbeit und betonten den Wert jugendlichen Engagements. „Gemeinsam können wir das Europa der Zukunft mitgestalten“, so die beiden unisono in Richtung ihrer Mitglieder.
Landjugend fördert Partizipation und Engagement
Die EU-Kommission hat für das Europäische Jahr der Jugend vier ganz bestimmte Ziele ausgerufen. Ziel Nummer 2 lautet "Partizipation und Engagement fördern: Alle jungen Menschen sollen ermutigt werden, sich im weitesten Sinne politisch zu betätigen und zu engagieren – vor allem junge Menschen mit geringeren Chancen, aus benachteiligten Verhältnissen, ländlichen oder abgelegenen Gebieten oder schutzbedürftigen Gruppen." Durch Veranstaltungen wie diese trägt die Landjugend NÖ als größte Jugendorganisation des Landes wesentlich zum Erreichen dieses Ziels bei. Zudem ist die Organisation einer der größten Abwickler von „Erasmus Plus“-Praktika in Österreich.